Meine Ärztin sagt, ich hab´ Helikopter-Bakterien!
Hmm, nehmen Sie dafür die Flak-Tabletten?
Ja, genau!
Freitag, 21. November 2008
Teufel links, Engel rechts
Mittwoch, 19. November 2008
Schichteinblicke
9.02 Uhr: Wir melden uns gerade vom ersten Einsatz wieder einsatzklar, als wir nahezu an das andere Ende des Rettungsdienstbereichs alarmiert werden.
Ich hasse es Autobahnbaustellen mit verengten Fahrstreifen alarmmäßig zu befahren, das ist mir privat stets ein Greuel, im Einsatz stehe ich dabei kurz vor´m Herzkasper. Das einzige was mich dabei aufrecht erhält ist der Gedanke: "Wenn Du jetzt ´nen Unfall baust, zahlt Papa Staat für Dich".
Nach etwa 20 Minuten eingetroffen, stellt sich der gemeldete "Kreislauf" als Arbeiter heraus der einen Stromschlag erhalten hat. Niederspannung, dem Mann geht´s blendend, zur Kontrolle geht´s in ein nahegelegenes Krankenhaus. Wir sind dort seltener zu Gast und angenehm überrascht, als der Patient tatsächlich zuerst untersucht und dann nach seiner Krankenkassen-Karte gefragt wird. Das nette und auch noch nett anzusehende KH-Personal besorgt uns gänzlich selbstständig einen korrekt ausgefüllten T-Schein. Irgendwie etwas erstaunlich, dass so etwas schon positiv auffällt.
Nach Rückkehr zur Wache komme ich endlich zum Frühstücken.
14.03 Uhr: Eine von mir fachlich und persönlich sehr geschätzte Kollegin ist auf der Wache, wir verschwätzten uns etwas über dieses und jenes als der Melder uns zu einem "Treppensturz" ruft. Es geht zu einem durchaus namhaften Konzern der eine Dependance in unserem Einsatzgebiet betreibt.
Dort eingetroffen werden wir zu einer Dame geführt, die offenbar einige Stufen mit dem Gesäß gebremst hat und nunmehr über Schmerzen im Steiß klagt. Das ist aber nun auch alles was sich bei eingehender Untersuchung findet.
Zunächst hatte ich noch Zweifel, ob die Dame benommen ist oder psychisch geschockt ist. Sie antwortet auf sämtliche Fragen sehr einsilbig, nimmt beim Sprechen keinen Blickkontakt auf und wenn doch mal ein ganzer Satz aus ihrem Mund kommt, ist der Tonfall äußerst schnippisch.
Auch ist im übrigen in ihrem Verhalten etwas, ähm, merkwürdig. Allerdings redet sie zwischendurch mit ihrem Kollegen gänzlich normal und so verbuche ich Ihr Verhalten als ausgeprägte Form von Arroganz und Blasiertheit.
Das wiederum erstaunt mich etwas, denn eigentlich sind die Mitarbeiter dieses Unternehmens -soweit ich das bisher bei vorherigen Einsätzen beobachten konnte- sehr freundlich und ebenso kooperativ, untereinander ebenso wie zu uns. Die Dame passt da so gar nicht in´s Bild.
Ich bin dankenswerter Weise bei diesem Einsatz der "Maschinist" und revanchiere mich für Ihr dummes Verhalten mit meinem Fahrstil beim Transport in das Krankenhaus. Ja, das ist unprofessionell.
Bei der Übergabe im Krankenhaus folgt dann das übliche Prozedere für die Berufsgenossenschaft, also Frage nach Arbeitgeber, Arbeitszeit etc. Bei der Frage nach Ihrer Tätigkeit wird Madame dann auf einmal etwas kleinlaut und gibt "Reinigungskraft" an.
Ich lache laut in mich hinein und schäme mich etwas für meinen Fahrstil.
16.32 Uhr: Suizid! Auf der Anfahrt setzt der Kollege auf weiblich, Tabletten. Ich setzte männlich, Schusswaffe oder Strick dagegen. Wir lagen beide falsch. Männlich, Tabletten. Und wir wären beinahe wieder gefahren, da uns der Suizident höchstpersönlich die Tür öffnete und uns glaubhaft versicherte, ihm ginge es blendend. Nach Eintreffen der Ordnungsmacht und unseres medizinischen Akademikers hatten wir dann aber doch recht rasch raus, dass wir richtig waren.
Nach einer heiteren Diskussionsrunde, es hätte eigentlich nur noch der Fenchel-Tee gefehlt, begleitet uns der Herr freiwillig in´s Krankenhaus.
18.07 Uhr: Mit geringfügiger Verspätung genieße ich den Feierabend.
Sonntag, 16. November 2008
Gewinne, Gewinne, Gewinne, diesmal juristisch
Beginnen wir gleich mit der Königsdisziplin, der Rechtsbeugung:
So als kleiner Amtsrichter kann man zum Beispiel ganz prima lustig freiheitsentziehende Maßnahmen bei Pflegebedürftigen anordnen und -um die lästige Anhörung der Betroffenen zu umgehen- einige Anhörungsprotokolle fälschen. Doof nur, wenn einige der Betroffenen mit denen man geredet haben will, längst tot sind.
Naja im Strafverfahren kann man dann noch argumentieren, man hätte ein Medium zur Kommunikation genutzt, aber das bringt wiederum Erklärungsnot, wieso man posthume Fixierungen anordnet. Also eher eine blöde Verteidigungstaktik.
Ja nun, wenn´s jetzt die nächste Instanz nicht gerade rückt, geht der Herr Amtsrichter dafür 3 1/2 Jahre in den Bau. Sehr unschön, aber sicher nicht unverdient.
Moment Mal, da wird ja jetzt ´ne Stelle frei, oder? ;-)
Coming soon in diesem Blog: Rechtsbeugung und wie man´s richtig macht.
Samstag, 15. November 2008
Auch schlechte Publicity ist Publicity
Hmm, Lutz Heilmann, MdB (Die Linke), lässt also per einstweiliger Verfügung wikipedia.de sperren. Nun ja, jeder der etwas schlau ist, kann natürlich weiterhin auf de.wikipedia.org zugreifen.
Der Grund für die Verfügung sollen Angaben über Heilmanns Stasi-Tätigkeit auf Wikipedia sein. Allerdings räumt er das -grundsätzlich- selbst ein.
Bein Angucken der offiziellen Biografie auf der Seite des Bundestages fällt mir dann auf, dass da gar nichts von einem zweiten Staatsexamen, wohl aber vom Rechts-Referendariat steht (ja, der Mensch ist Jurist!). Komisch, denn seine Tätigkeit als Tankstellenkassierer (1993 bis 1998 und 1999 bis 2000 ) und als Verkäufer in der Teppichbörse Lübeck (1998-1999) gibt er an.
Sollte Lutz am zweiten Staatsexamen etwa gescheitert sein? Gut, das kommt in den besten Familien vor. Oder ist das einfach zu unproletarisch? Dazu würde aber nicht passen, dass er etwa sein BWL-Studium angibt.
Allerdings war Lutz Heilmann von 1993-1999 auch kein PDS-Mitglied, davor und danach schon. Naja, vielleicht war die Parteimitgliedschaft auch nicht mit seiner gross-kapitalistischen Tätigkeit als Teppich-Verkäufer und Tankstellenkassierer kompatibel.
Irgendwie komme ich grad in´s Nachdenken was für, ähmm, interessante Persönlichkeiten unsere parlamentarische Demokratie vertreten.
Ich glaub, ich räum jetzt besser mein Arbeitszimmer weiter auf...
Freitag, 14. November 2008
Beisitzer, Gehilfe im Amt
Sonntag, 2. November 2008
Spätherbst
Spätherbst
Schon mischt sich Rot in der Blätter Grün,
Reseden und Astern sind im Verblühn,
Die Trauben geschnitten, der Hafer gemäht,
Der Herbst ist da, das Jahr wird spät.
Und doch (ob Herbst auch) die Sonne glüht, -
Weg drum mit der Schwermut aus deinem Gemüt!
Banne die Sorge, genieße, was frommt,
Eh' Stille, Schnee und Winter kommt.
Theodor Fontane (1819-1898)
Montag, 27. Oktober 2008
Freitag, 24. Oktober 2008
Suchbegriffe
microsim prehospital
microsim inhospital
rettungsdienstsimulation
Siehe vor, ansonsten würd mich auch noch so was wie Hill Street Blues als Rettungsdienstsimulation interessieren
"antrag auf erlass eines durchsuchungsbeschlusses" + unterhalt
anwaltstation klinikKann ich empfehlen, idealerweise bringt man schonmal ein paar Kenntnisse im Medizinrecht mit, Arbeitsrecht kann auch nicht schaden und wenn man dann ein wenig Ahnung von Medizin hat, ist das fast ideal. Tipps: Früh anfangen zu suchen, explizit in den Häusern mal nach dem Justitiariat fragen, oftmals stehen die nicht auf der Homepage, und nicht von Widrigkeiten abschrecken lassen.
anwaltsstation justiziariat
rechtsreferendariat in klinikum
ausbildung als bahn fahre in köln
was bedeutet bahn fahren
was bedeutet 'spielende kinder auf den gleisen'
Ich hoffe inständig, dass diese Anfragen nicht von einer Person kamen...
nächtliche brustschmerzen
bekomme keine luft kollege
ausweis rettungsassistent
kaufvertrag trotz abbruch ebay auktion
bundesverfassungsgericht sommerzeit
tagebuch eines flugbegleiters
rettungsdienst als hoheitliche aufgabe
rettungssanitäter verurteilt heilkundeDas glaube ich erst, wenn ich es vor mir habe.
Montag, 20. Oktober 2008
Anklage gegen Chefarzt Broelsch steht bevor
Die Staatsanwaltschaft Essen hat nun angekündigt, gegen den suspendierten Leiter der Klinik für Transplantationsmedizin Ende des Monats Anklage zu erheben wegen Erpressung, Nötigung, Betrug und Verstoßes gegen das Transplantationsgesetz.
WAZ und der FOCUS berichten.
Broelsch soll -verkürzt dargestellt- Patienten bei Operationen und Transplantationen bevorzugt bzw. überhaupt erst operiert haben, wenn diese eine "Geldspende" zahlten. Selbige Spende sollte natürlich nur für "Forschungszwecke" verwendet werden.
Wie das im einzelnen ablief, schildern zwei etwas ältere Artikel aus den Ruhr-Nachrichten.
Um die Darstellung abzurunden, möchte ich noch auf diese Webseite hinweisen. Wobei ich mir gerade nicht ganz klar bin, ob ich das für eine interessante Ansicht halten soll oder doch eher für Äußerungen aufgrund -verständlicher- Fehlwahrnehmung eines kriminellen, verabscheuungswürdigen Verhaltens.
"Täglich sterben statistisch gesehen in der Bundesrepublik Deutschland 3 Menschen nicht an ihren schweren Erkrankungen, sondern an Organmangel."ist dort unter anderem zu lesen. Abgesehen davon, dass ich das für eine falsche Darstellung halte, denn um an "Organmangel" zu sterben braucht man erstmal eine ganz erhebliche Grunderkrankung, sollte man vielleicht auch mal eine gewisse Wechselwirkung betrachten bzw. bedenken, was Ursache und Wirkung ist.
Ich bin nämlich sehr sicher, dass Broelsch mit seinem Verhalten der Spendebereitschaft in Deutschland einen Bärendienst erwiesen hat. Die Vorwürfe gegen ihn -die ich für mindestens teilweise begründet halte- sind eine Bestätigung für alle, die "eh´schon immer wussten, dass es bei der Organspende nicht mit rechten Dingen zugeht".
Frei nach dem Motto:
Organspende: Ja, vielleicht.
Organe durch Chefarzt verkaufen lassen: Nein, danke.