Freitag, 17. Juli 2009

Due Diligence

Was "Due Diligence" sein soll, war mir bislang nicht so ganz klar. Gut, natürlich kann ich auch die Definition auf Wikipedia lesen, aber hilft das plastisch weiter? Nein.

Eine wunderbar plastische Erläuterung nebst schönem praktischen Beispiel bietet dagegen das Blog "Statt Aller".

Und die Erkenntnis: Der Wahnsinn in einer Großbude ist nahe genauso real wie in der "Kanzlei am Rande der Stadt".

Samstag, 11. Juli 2009

Anklage gegen Prof. Broelsch zugelassen

Das Landgericht Essen, hat jetzt die Anklage gegen Prof. Christoph Broelsch, suspendierter Chefarzt an der Uni-Klinik Essen, zugelassen. Die Hauptverhandlung soll im September beginnen.

Anscheinend mahlen die Justizmühlen in Essen noch etwas langsamer gründlicher als im Rest der Republik. Denn eigentlich wollte die Staatsanwaltschaft Essen schon im Oktober letzten Jahres "binnen eines Monats Anklage erheben" und das Gericht scheint die Zulassung der Anklage nun 7 Monate lang geprüft zu haben. Ich weise mal auf meinen damaligen Artikel hin.

Von den Vorwürfen Erpressung, Nötigung, Betrug und Verstoßes gegen das Transplantationsgesetz sind nun "nur" noch Bestechlichkeit, Betrug im besonders schweren Fall und Steuerhinterziehung übrig geblieben.

Das Ärzteblatt berichtet kompakt. Wer es etwas ausführlicher -und verwirrender- mag, dem sei die Pressemitteilung des Landgerichts empfohlen.

Nach der Pressemitteilung scheint die Steuerhinterziehung wohl ein "Zufallsfund" während der Ermittlungen gewesen zu sein- Die Begründung, mit der das Gericht die Eröffnung des Hauptverfahrens wegen räuberischer Erpressung erschließt sich mir spontan nicht.

Sehr interessant ist hingegen noch die Betrugs-Anklage, denn die kam zustande da Prof. Broelsch Wahlleistungsvereinbarungen geschlossen, nicht erfüllt, aber dennoch liquidiert hat. Ein sehr interessantes Thema wie ich finde. Ich will mal probieren, ob ich da nicht ein paar Hauptverhandlungstage mitnehmen kann.

Freitag, 10. Juli 2009

Jagdschein

Okay, das war ja hübsch. Gut 6 Wochen nach meinem Antrag, habe ich nun Anfang des Monats meinen "Jagdschein" erhalten.

Da ich am ursprünglichen Sammel-Termin leider nicht verfügbar war, hatte ich dann einen Einzeltermin bei einem Mitglied des Kammervorstands. Rund eine halbe Stunde juristischer Small talk, eine gute Tasse Kaffee dazu, im Vergleich mit der Massenveranstaltung mit dem Kammerpräsidenten und der avisierten einstündigen Rede, war das ein sehr guter Tausch.

Samstag, 27. Juni 2009

Michael Jackson...

ist tot. Das wissen wir vermutlich alle schon.

Für einen Nachruf oder ähnliches bin ich weder kompetent noch berufen. Stattdessen möchte ich auf ein paar Links hinweisen, die einige interessante rettungsdienstliche Aspekte des Falls zeigen:
  • Mitschnitt des Notrufs: Quelle 1, Quelle 2
  • Textfassung des Notrufs, mit fraglicher Kritik an den Anwesenden, insbesondere dem Hausarzt
  • Artikel mit dem "Alarmierungsbildschirm", diversen (Luft-)Bildern, einschließlich der Fahrtrouten

Donnerstag, 11. Juni 2009

Der große Diktator

Ein Morgen in der Kanzlei am Rande der Stadt: Ich denke gerade über eine Scheidung nach, über die nachher ein Mandant etwas wissen will, und fluche innerlich, dass gerade heute ich der einzige Jurist hier bin. Denn das Problem das sich mir stellt, könnte ein etwas erfahrener Kollege wahrscheinlich in 2 Minuten eher pragmatisch lösen, so á la: Das stört bei Gericht niemanden, das können Sie so machen.

Das Telefon klingelt und die RAFA ist dran:

"Wie wird Anthrax geschrieben?"

"Anton, Nordpol, Theodor, Heinrich, Richard, Anton, Xanthippe"

"Okay, danke!"


Ich überlege gerade die Scheidungsakte beiseite zu legen und einfach zu hoffen, dass der Mandant nachher andere Fragen stellt, als sich eine innere Stimme meldet: Warum um alles in der Welt, will die RAFA wissen, wie man Anthrax schreibt?!? Die schreibt doch gerade dein Diktat-Band. Du hast da nichts von Anthrax diktiert.

Also flugs zum Telefon gegriffen und vorne angerufen:

"Ähm, wieso wollen sie wissen wie Anthrax geschrieben wird?"

"Ich schreibe gerade ihr Schreiben zum Verkehrsunfall Meierschulze, da diktieren sie doch, dass sich Anthrax-Sporen am Pkw befunden hätten."

"Anthrax-Sporen?!? Am Pkw?!"

"Ja, natürlich. Sie diktieren: Auch der Sachverständigen Öbuv hat in seinem Gutachten das Vorhandensein schadenskompatibler Anthrax-Sporen bestätigt".

"Neiinn! Doch nicht Anthrax-Sporen! Ich habe Antrags-Spuren diktiert. Spuren die am Fahrzeug angetragen wurden!"

"Ach so! Ja dann schreib ich das besser."

"Ja, das wäre toll. Bevor Gericht und Gegenseite uns noch für völlig komisch halten."

Wobei der Gedankensprung von Antragsspuren zu Anthrax-Sporen schon eine deutliche geistige Mobilität zeigt. Davon ganz abgesehen, dass die Hälfte der Bevölkerung wahrscheinlich keine Ahnung hat, was Anthrax-Sporen sein sollen.

Sonntag, 10. Mai 2009

und wieder 72 Stunden

Womit ich jetzt nicht einen Nachfolger dieser Actionkomödie aus dem Jahr 1990 meine, sondern eher den Nachfolger dieser anderen "Actionkomödie".

Quer durch Deutschland haben seit dem letzten Donnerstag Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene an sozialen Projekten gearbeitet. Die Projekthomepage bietet ein beeindruckendes Bild, was da in den letzten 72 Stunden ehrenamtlich geleistet wurde.

Vor Ort habe ich höchstmotivierte Gruppen erlebt, die in der Zeit qualitativ hochwertige und, um ein Buzz-Word zu nutzen, auch nachhaltige Arbeit geleistet haben. Dazu ein Koordinierungskreis der, zumindest lokal, ebenso motiviert und kompentent wahnsinnig gute und wertvolle Hintergrundarbeit geleistet hat.

Auch wenn mich -projektbezogen- keiner anrufen wollte, und das war gut so, schalte ich heute vor dem Schlafengehen mein Handy aus.

Freitag, 8. Mai 2009

Neulich im Kabinett



Ich finde die Sparkassen-Werbung eher schlecht.

Ein paar andere Menschen scheinen von der gezeigten Methode aber begeistert zu sein:

Minister X: "Wir haben ein Problem mit Jugendkriminalität, Jugendgewalt und diese häßlichen Amokläufe werden auch immer häufiger..."

Minister Y [besorgter Gesichtsausdruck]: "Hmm, was können wir machen?"

Minister X: "Wir könnten eindrucksvolle Symbolpolitik betreiben indem wir Computerspiele und Paintball verbieten."

Minister Z: "Wir könnten mehr Geld in Schulsozialarbeit investieren, Jugendarbeit mehr fördern und gerade die Arbeit mit jugendlichen Straftätern intensivieren..."

Minister Y: "Was kostet das?"

Minister Z: "Hmm, insgesamt ein paar tausend Stellen, die Förderung ehrenamtlicher Strukturen, mit ein paar Milliarden sollten wir vorläufig hinkommen..."

Restliches Kabinett: "Okay, wir machen das mit Paintball und den Computerspielen."


Gedanken vom popkulturjunkie dazu

Montag, 4. Mai 2009

Herr Flowers und ich...

...haben etwas gemeinsam: Wir verkaufen beide nicht unsere Aktien der Hypo Real Estate an die Bundesrepublik.

Und damit befinden wir uns in guter Gesellschaft, denn wie die ARD meldet, ist das Übernahmeangebot bisher nur für 14 Prozent der Aktien angenommen werden.

Der Unterschied zwischen Herrn Flowers und mir ist nun, dass Herr Flowers knapp 22 Prozent der Aktien hält und ich, naja, irgendwas deutlich hinter dem Komma, so prozentual.

Und warum verkaufe ich nicht? Na, mal ehrlich, wie ich schon beklagte, haben meine Aktien den Wert eines Essens für zwei, mittlerweile eines Essens bei McDonalds. Für das Geld kann ich mir dann auch den Spass gönnen, mich gegebenfalls offiziell enteignen zu lassen. Da hat man immerhin was eigenes... und ich kann in 50 Jahren erzählen, dass ich in der großen Wirtschaftskrise enteignet wurde.

Sonntag, 12. April 2009