Montag, 28. Dezember 2009

Festtage

Die Kirche: Rappelvoll
Der Chor: Singt schief
Die Ministranten: Laienspielschar
Die Predigt: Ohne roten Faden

Wenn jemand nur einmal im Jahr in die Kirche geht und dann in so etwas gerät, ist es kein Wunder wenn er für die nächsten 364 Tage abgeschreckt ist. Okay, wenn man nur einmal im Jahr in der Kirche ist, merkt man es nicht und findet die Ministranten feierlich, den Chor sehr festlich und die Predigt lebensnah.

Und das wirklich schlimme ist: Dieser Blogeintrag ist eigentlich aus 2008 und ich mußte gerade merken, dass das Elend dieses Jahr dasselbe war. Na ja der Chor war so schlecht gar nicht.

Freitag, 25. Dezember 2009

Säugling in Stall gefunden

Polizei und Jugendamt ermitteln; Schreiner aus Nazareth vorläufig festgenommen

BETHLEHEM, JUDÄA - In den frühen Morgenstunden wurden die Behörden von einem besorgten Bürger alarmiert. Er hatte eine junge Familie entdeckt, die in einem Stall haust.


Bei Ankunft fanden die Beamten des Sozialdienstes, die durch Polizeibeamte unterstützt wurden, einen Säugling, der von seiner erst 14-jährigen Mutter, einer gewissen Maria H. aus Nazareth, in Stoffstreifen gewickelt in eine Futterkrippe gelegt worden war.


Bei der Festnahme von Mutter und Kind versuchte ein Mann, der später als Joseph H., ebenfalls aus Nazareth identifiziert wurde, die ermittelnden Beamten abzuhalten. Joseph, unterstützt von anwesenden Hirten, sowie drei unidentifizierten Ausländern, wollte die Mitnahme des Kindes unterbinden, wurde aber von der Polizei daran gehindert.


Festgenommen wurden auch die drei Ausländer, die sich als “weise Männer” eines östlichen Landes bezeichneten. Sowohl das Innenministerium als auch der Zoll sind auf der Suche nach Hinweisen über die Herkunft dieser drei Männer, die sich anscheinend illegal im Land aufhalten. Ein Sprecher der Polizei teilte mit, dass sie keinerlei Ausweispapiere bei sich trugen, aber in Besitz von Gold, sowie einigen, möglicherweise verbotenen Substanzen waren. Sie widersetzten sich der Festnahme und behaupteten, Gott habe ihnen angetragen sofort nach Hause zu gehen und jeden Kontakt mit offiziellen Stellen zu vermeiden. Die mitgeführten Chemikalien wurden zur weiteren Untersuchung an das LKA geschickt.


Ebenso festgenommen und befragt wurde der Besitzer des Stalls, der Eigentümer des Hotels “Bethlehem Inn”. Da er Gästen erlaubt hat in seinem Stall zu nächtigen, bedeutet das für ihn vermutlich den Verlust der Gaststättenerlaubniserlaubnis, wegen Verstoßes gegen Sicherheits-und Hygieneauflagen der Hotel- und Gaststättenverordnung. Die Tatsache, dass sich in dem Stall auch Lebendvieh (1 Ochse und 1 Esel) befand, bedarf ebenfalls einer Untersuchung, da fraglich ist ob in einem reinen Wohngebiet Nutztiere gehalten werden dürfen.


Der Aufenthaltsort des Säuglings wird bis auf weiteres nicht bekannt gegeben. Eine schnelle Klärung des ganzen Falls scheint sehr zweifelhaft. Auf Rückfragen teilte eine Mitarbeiterin des Jugendamtes mit: “Der Vater ist mittleren Alters und die Mutter ist definitiv noch nicht volljährig. Wir prüfen gerade mit den Behörden in Nazareth in welcher Beziehung die beiden zueinander stehen.”


Joseph hat zugegeben, Maria aus ihrem gemeinsamen Zuhause in Nazareth wegen einer vorgeschriebenen Volkszählung mitgenommen zu haben. Die Rechtmäßigkeit der Volkszählung wird derzeit noch vom Verfassungsgericht geprüft. Da Maria aber wohl bereits bei der Abreise schwanger war, prüfen die Ermittler ob es noch andere Gründe gab Nazareth zu verlassen. Joseph wird dem Haftrichter vorgeführt werden. Er wird des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen und des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte beschuldigt.


Maria ist im Kreiskrankenhaus in Bethlehem zu medizinischen und psychiatrischen Untersuchungen. Ihr geistiger Zustand wird näher unter die Lupe genommen, weil sie behauptet sie wäre noch Jungfrau und der Säugling stamme von Gott.


In einer offiziellen Mitteilung des Leiters der Psychiatrie heisst es:

“Mir steht nicht zu, den Leuten zu sagen, was sie glauben sollen, aber wenn dieser Glaube dazu führt, dass – wie in diesem Fall – ein Neugeborenes gefährdet wird, muss man diese Leute als gefährlich einstufen. Die Tatsache, dass Drogen, die vermutlich von den anwesenden Ausländern verteilt wurden, vor Ort waren, trägt nicht dazu bei, Vertrauen zu erwecken. Ich bin mir jedoch sicher, dass alle Beteiligten mit der nötigen Behandlung in ein paar Jahren wieder normale Mitglieder unserer Gesellschaft werden können.”


Die anwesenden Hirten behaupteten steif und fest, dass ein großer Mann in einem weißen Nachthemd mit Flügeln (!) auf dem Rücken ihnen befohlen hätte, den Stall aufzusuchen und das Neugeborene zu seinem Geburtstag hoch leben zu lassen. Dazu meinte ein Sprecher der Drogenfahndung: “Das ist so ziemlich die dümmste Ausrede eines vollgekifften Junkies, die ich je gehört habe”.

(geklaut bei Ballmann)

Donnerstag, 24. Dezember 2009

Weihnachten

Liebeläutend zieht durch Kerzenhelle,
mild, wie Wälderduft, die Weihnachtszeit.
Und ein schlichtes Glück streut auf die Schwelle
schöne Blumen der Vergangenheit.

Hand schmiegt sich an Hand im engen Kreise,
und das alte Lied von Gott und Christ
bebt durch Seelen und verkündet leise,
daß die kleinste Welt die größte ist.

Joachim Ringelnatz (1883-1934)

Sonntag, 20. Dezember 2009

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Schnee

Jetzt hat es doch tatsächlich zum ersten Mal in diesem Jahr geschneit, und ich habe es nicht mitbekommen. Verdammt!

Sonntag, 13. Dezember 2009

Sonntag, 6. Dezember 2009

Freitag, 4. Dezember 2009

Return to sender

Nach der Geschichte mit Frau R. hatte ich doch irgendwie das Bedürfnis mein Büro für ein paar Minuten zu verlassen. Da bot es sich sehr an, dass das Postfach heute noch nicht geleert war und zudem bei der Post noch ein Päckchen für mich lag. Also auf zur Post, wo auch alles reibungslos klappte.

Nach der Leerung des Postfachs hatte ich jedoch gewissen Gesprächsbedarf mit Frau RAFA.

Back in the Kanzlei am Rande der Stadt entwickelte sich dann folgendes Gespräch:

"Ähm, Frau RAFA, schauen sie mal dieser Umschlag war gerade im Postfach."

"Mensch, das ist ja die Akte die wir gestern der Staatsanwaltschaft zurückgeschickt haben."

"Genau!"

"Aber warum ist die denn zurückgekommen?" ... "Oh, war die nicht ausreichend frankiert?"

"Ich glaube, das war nicht das Problem."

"Hmmm ..." [Frau RAFA stiert auf die Akte]

"Auf dem Umschlag ist als Absenderangabe unser Stempel. Aber schreiben Sie am besten beim nächsten Mal auch den Empfänger auf den Umschlag."

"Oh!" ... "Meinen Sie, ich muss die nochmal frankieren, wenn wir die jetzt wieder versenden?"






Mittwoch, 2. Dezember 2009

Wackel-Dackel

Frau R. kommt in die Sprechstunde sie hat da ein Problem, mit einem etwas komplizierteren Verkehrsunfall. Ich mag übrigens das Wort Sprechstunde nicht so, das klingt mir zu sehr nach Arzt und Krankheit.

Frau R. bringt ihren Hund mit, einen etwas zu groß geratenen und offenbar auch etwas zu genährten Dackel. Das ist nun gar nicht schlimm, denn das ist ein sehr liebes Tier, der zwar ein wenig im Besprechungszimmer herumläuft und schnuppert, aber er verzichtet darauf sein Revier zu markieren und riecht auch kaum nach Hund.

Allerdings war Frau R. wohl vorher Gassi und hat als pflichtbewußte Hundehalterin natürlich eine Gehwehverunreinigung vermieden. Ebenjenes
dezent-schwarze Beutelchen platziert Sie dann während des Gesprächs auf meinem Schreibtisch.

Wäääähh!

Samstag, 28. November 2009

Eigentlich wollte ich mir mindestens einen der Verhandlungstermine gegen Prof. Christoph Broelsch persönlich ansehen, bisher bin ich aber leider noch nicht dazu gekommen.

Stattdessen ist mir aber aufgefallen, dass Der Westen relativ engmaschig berichtet:



Summarisch erscheint mir bei Lektüre der Artikel eine Verurteilung als höchstwahrscheinlich. Nach alledem scheint Broelsch, was sein Verhalten vor Gericht angeht, entweder schlecht beraten oder beratungsresistent zu sein. Ich neige sogar eher zu letzterem, dass würde mit seiner anscheinend etwas verschobenen Realitätswahrnehmung harmonieren.

Früher hier: