Samstag, 29. Dezember 2007
Donnerstag, 27. Dezember 2007
TV-Hinweis
ARD, 27.12.2007
23.15 - 00.40 (85 min.)
http://www.ard-digital.de/programmvorschau/sendung.php?eventID=101215599
23.15 - 00.40 (85 min.)
Richter: Lebenslänglich - Der Dokumentarfilm
"Richter: Lebenslänglich" begleitet zwei Richter in ihrem Arbeitsalltag. Der Film dokumentiert den Prozess ihrer Entscheidungsfindung und ihren Umgang mit Zweifeln und Vorurteilen anhand von realen Fällen.http://www.ard-digital.de/programmvorschau/sendung.php?eventID=101215599
Himmel und Hölle
Man muss nicht übermäßig aufmerksam sein, um etwas von einen neuem "Kinderporno-Skandal" der derzeit in diversen Medien ausgebreitet wird, mitzukriegen (Spiegel online, WAZ).
Keine Frage: Der durchschnittliche Kinderpornograph ist ein gemeingefährlicher, kranker Krimineller.
Wie so oft, lohnt sich aber auch bei der "Operation Himmel", so der Tarnname der jetzigen Ermittlungen, ein genauerer Blick:
Da stellt ein Berliner Provider (die ARD nennt "Strato") ein hohes Datenaufkommen auf einem seiner Server fest und informiert die Polizei. Diese ermittelt "hieb- und stichfest, dass Internet-Nutzer über den Anbieter auf Kinderpornos zugriffen" (Spiegel online).
Wie hieb- und stichfest die Ermittlungen im Einzelfall (?) waren, zeigt Udo Vetter in seinem Lawblog. Ob die "Operation Himmel" also wirklich ein derartig grosser Schlag gegen Kinderpornographie ist, sei mal dahingestellt. Die Folgen für ungerechtfertigt Verfolgte sind bei diesem Vorwurf jedenfalls fatal.
Ein eher unqualifiziert erscheinender Kommentar in der WAZ unter dem Titel "Diskretion hilft nur den Tätern" lässt mich dann mal wieder über die Qualität von Journalismus erschaudern.
Keine Frage: Der durchschnittliche Kinderpornograph ist ein gemeingefährlicher, kranker Krimineller.
Wie so oft, lohnt sich aber auch bei der "Operation Himmel", so der Tarnname der jetzigen Ermittlungen, ein genauerer Blick:
Da stellt ein Berliner Provider (die ARD nennt "Strato") ein hohes Datenaufkommen auf einem seiner Server fest und informiert die Polizei. Diese ermittelt "hieb- und stichfest, dass Internet-Nutzer über den Anbieter auf Kinderpornos zugriffen" (Spiegel online).
Wie hieb- und stichfest die Ermittlungen im Einzelfall (?) waren, zeigt Udo Vetter in seinem Lawblog. Ob die "Operation Himmel" also wirklich ein derartig grosser Schlag gegen Kinderpornographie ist, sei mal dahingestellt. Die Folgen für ungerechtfertigt Verfolgte sind bei diesem Vorwurf jedenfalls fatal.
Ein eher unqualifiziert erscheinender Kommentar in der WAZ unter dem Titel "Diskretion hilft nur den Tätern" lässt mich dann mal wieder über die Qualität von Journalismus erschaudern.
Montag, 24. Dezember 2007
Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll:
Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr.
Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt.
Lk 2, 10-12
Freitag, 21. Dezember 2007
Bashing
Im Rettungsblog ist gerade das große Feuerwehr-Bashing (hier und hier) losgegangen.
Ich kann mich da nur sehr eingeschränkt anschliessen.
Man erzählt sich hier im Kollegenkreis zwar öfter noch Geschichten von den BF´lern die mit dem Stichwort "Reanimation" alarmiert wurden und dann -noch nicht mal mit Koffer- an der Einsatzstelle "mal gucken gingen". Allerdings sind das eher alte Kamellen, mir selber ist sowas nie untergekommen. Im Gegenteil, als im letzten Jahr eine Verwandte den Rettungsdienst brauchte und die Feuerwehr kam, waren die entsprechenden Kollegen schnell, kompetent und freundlich. Und es waren wirklich Feuerwehrleute!
Stattdessen kann ich hier aber Schauergeschichten über einen privaten Rettungsdienst erzählen. Nennen wir ihn mal "Krankentransporte Gräulich":
1. Stichwort "Kreislaufstörung"
Unser RTW ist alarmiert mit dem Stichwort "Kreislaufstörung". Wir sind zu dritt auf dem Auto. Ich sitze hinten, was dazu führt, dass ich die Kollegen nicht davon abhalten kann, die letzten 200m der Anfahrt auf einer lebhaft befahrenen Einbahnstraße gegen die Fahrtrichtung zu fahren.
Beim Eintreffen stelle ich fest, dass bereits ein KTW von "Krankentransporte Gräulich" vor Ort ist. Prima, denke ich mir: Entweder die haben uns nachbestellt, oder aber sie haben den Patient zufällig gefunden und schonmal qualifizierte Erste Hilfe geleistet.
Bei weiterer Annäherung an die Einsatzstelle zeigte sich dann ein Mensch am Boden der sich in einer sehr schönen stabilen Seitenlage befand, die Helden von Gräulich mit wichtigem Blick danebenstehend.
Meine Freude über diese "qualifizierte" Erste Hilfe währte allerdings nur wenige Sekunden, denn der Mensch war leider nicht nur bewusstlos, sondern hatte jegliche Kreislauftätigkeit eingestellt. Ein bißchen "auf der Brust rumdrücken" hätte er wohl viel besser vertragen können als eine schöne Seitenlage.
Selbst wenn man den Helden von "Krankentransporte Gräulich" noch zugute hält, daß derjenige zuerst nur bewußtlos war, hätte vielleicht mal einer von ihnen direkt beim Patienten bleiben und die Vitalzeichen überwachen können. Ja, es war ein echter KTW von Grausam, also mindestens RS/RH besetzt und, nein, die hatten keinen anderen Patienten da drin.
2. Stichwort "Verkehrsunfall"
Again, unser RTW ist alarmiert mit dem Stichwort "Verkehrsunfall". Beim Eintreffen stehen am Straßenrand zwei Fahrzeuge geparkt, davon ein KTW von"Krankentransporte Gräulich". Zunächst bin ich etwas irritiert, denn keiner der Fahrzeuge scheint auch nur einen Kratzer zu haben.
Auf den Gedanken, der Gräulich-KTW habe nur Erste Hilfe leisten wollen, bin ich gar nicht gekommen, denn die beiden Gestalten drucksten sich irgendwo herum. Dafür ist unsere Patientin eine deutlich aufgeregte Schwangere, die über Schmerzen im Abdomen klagt.
Nachdem wir sie in den RTW gebracht und etwas beruhigt haben, hören wir die folgende Geschichte: Die Schwangere und Ihr Vater waren zusammen im Auto unterwegs. Der Fahrstil des Vaters schien dem Fahrer des dahinter fahrenden Gräulich-KTWs nicht zu gefallen. Nach einigen Hupen und Lichthupen überholte der Gräulich-KTW das Auto in dem unsere Patientin unterwegs war und bremste es aus.
Beide Fahrzeuge hielten an, die Fahrer stiegen aus und es entwickelte sich eine wohl recht heftige, allerdings noch rein verbale Auseinandersetzung. Unsere Patientin stieg dann ebenfalls aus, um den Streit zu schlichten. Stattdessen erhielt sie allerdings von dem Fahrer des Gräulich-KTWs einen Schlag in den Magen!
Während ich die erste Geschichte noch mit etwas Mühe unter "dumm gelaufen, aber kein Grund den Stab über die Firma Gräulich zu brechen" verbuchen konnte, war ich nach der zweiten Geschichte sicher, dass zumindest dieser Private ein Sammelbecken für sozial und fachlich unfähiges Personal bildet. Welches dann im übrigen anscheinend, wenn man Gerüchten glauben darf, mit halben Sklaventreiber-Methoden bei der Stange gehalten wird.
Das Beste: "Krankentransporte Gräulich" ist kurz davor hier einen RTW im Regel-Rettungsdienst zu bekommen! Würg!
Ich kann mich da nur sehr eingeschränkt anschliessen.
Man erzählt sich hier im Kollegenkreis zwar öfter noch Geschichten von den BF´lern die mit dem Stichwort "Reanimation" alarmiert wurden und dann -noch nicht mal mit Koffer- an der Einsatzstelle "mal gucken gingen". Allerdings sind das eher alte Kamellen, mir selber ist sowas nie untergekommen. Im Gegenteil, als im letzten Jahr eine Verwandte den Rettungsdienst brauchte und die Feuerwehr kam, waren die entsprechenden Kollegen schnell, kompetent und freundlich. Und es waren wirklich Feuerwehrleute!
Stattdessen kann ich hier aber Schauergeschichten über einen privaten Rettungsdienst erzählen. Nennen wir ihn mal "Krankentransporte Gräulich":
1. Stichwort "Kreislaufstörung"
Unser RTW ist alarmiert mit dem Stichwort "Kreislaufstörung". Wir sind zu dritt auf dem Auto. Ich sitze hinten, was dazu führt, dass ich die Kollegen nicht davon abhalten kann, die letzten 200m der Anfahrt auf einer lebhaft befahrenen Einbahnstraße gegen die Fahrtrichtung zu fahren.
Beim Eintreffen stelle ich fest, dass bereits ein KTW von "Krankentransporte Gräulich" vor Ort ist. Prima, denke ich mir: Entweder die haben uns nachbestellt, oder aber sie haben den Patient zufällig gefunden und schonmal qualifizierte Erste Hilfe geleistet.
Bei weiterer Annäherung an die Einsatzstelle zeigte sich dann ein Mensch am Boden der sich in einer sehr schönen stabilen Seitenlage befand, die Helden von Gräulich mit wichtigem Blick danebenstehend.
Meine Freude über diese "qualifizierte" Erste Hilfe währte allerdings nur wenige Sekunden, denn der Mensch war leider nicht nur bewusstlos, sondern hatte jegliche Kreislauftätigkeit eingestellt. Ein bißchen "auf der Brust rumdrücken" hätte er wohl viel besser vertragen können als eine schöne Seitenlage.
Selbst wenn man den Helden von "Krankentransporte Gräulich" noch zugute hält, daß derjenige zuerst nur bewußtlos war, hätte vielleicht mal einer von ihnen direkt beim Patienten bleiben und die Vitalzeichen überwachen können. Ja, es war ein echter KTW von Grausam, also mindestens RS/RH besetzt und, nein, die hatten keinen anderen Patienten da drin.
2. Stichwort "Verkehrsunfall"
Again, unser RTW ist alarmiert mit dem Stichwort "Verkehrsunfall". Beim Eintreffen stehen am Straßenrand zwei Fahrzeuge geparkt, davon ein KTW von"Krankentransporte Gräulich". Zunächst bin ich etwas irritiert, denn keiner der Fahrzeuge scheint auch nur einen Kratzer zu haben.
Auf den Gedanken, der Gräulich-KTW habe nur Erste Hilfe leisten wollen, bin ich gar nicht gekommen, denn die beiden Gestalten drucksten sich irgendwo herum. Dafür ist unsere Patientin eine deutlich aufgeregte Schwangere, die über Schmerzen im Abdomen klagt.
Nachdem wir sie in den RTW gebracht und etwas beruhigt haben, hören wir die folgende Geschichte: Die Schwangere und Ihr Vater waren zusammen im Auto unterwegs. Der Fahrstil des Vaters schien dem Fahrer des dahinter fahrenden Gräulich-KTWs nicht zu gefallen. Nach einigen Hupen und Lichthupen überholte der Gräulich-KTW das Auto in dem unsere Patientin unterwegs war und bremste es aus.
Beide Fahrzeuge hielten an, die Fahrer stiegen aus und es entwickelte sich eine wohl recht heftige, allerdings noch rein verbale Auseinandersetzung. Unsere Patientin stieg dann ebenfalls aus, um den Streit zu schlichten. Stattdessen erhielt sie allerdings von dem Fahrer des Gräulich-KTWs einen Schlag in den Magen!
Während ich die erste Geschichte noch mit etwas Mühe unter "dumm gelaufen, aber kein Grund den Stab über die Firma Gräulich zu brechen" verbuchen konnte, war ich nach der zweiten Geschichte sicher, dass zumindest dieser Private ein Sammelbecken für sozial und fachlich unfähiges Personal bildet. Welches dann im übrigen anscheinend, wenn man Gerüchten glauben darf, mit halben Sklaventreiber-Methoden bei der Stange gehalten wird.
Das Beste: "Krankentransporte Gräulich" ist kurz davor hier einen RTW im Regel-Rettungsdienst zu bekommen! Würg!
Samstag, 15. Dezember 2007
Blogroll
Ich bin seit kurzem auf der Rettungsdienst-Blogroll vertreten.
Die Idee quasi ein rettungsdienstliches Metablog aufzumachen, ähnlich Jurablogs.de finde ich sehr gut, auch wenn es derzeit eher eine Linksammlung ist. Entsprechend habe ich auch meine Blogroll ergänzt (siehe rechts).
Die Idee quasi ein rettungsdienstliches Metablog aufzumachen, ähnlich Jurablogs.de finde ich sehr gut, auch wenn es derzeit eher eine Linksammlung ist. Entsprechend habe ich auch meine Blogroll ergänzt (siehe rechts).
Freitag, 14. Dezember 2007
Nächtliche Wahrheiten
Nein, meine Nachtschicht wurde leider nicht mehr viel besser.
Nach drei Einsätzen bis 1:30 Uhr ging es nach einer Mütze voll Schlaf gegen 3:00 Uhr mit einer gemeldeten "Messerstecherei" weiter. Wir haben dann vor Ort zunächst großzügig die beamteten Damen und Herren mit den Schusswaffen am Gürtel vorgelassen und uns sodann um die Dame gekümmert die zwar kein Messer abgekriegt, wohl aber sehr unschönen Kontakt zwischen einer Schere und ihrem Abdomen hatte.
Nach umfangreichen Aufrüst- und Reinigungsarbeiten ging es dann zur Krönung des Ganzen am Morgen zu einem Herrn mit Brustschmerzen. Nennen wir ihn mal "Herrn Zauderlich", denn die Brustschmerzen hatte er schon zwei Tage. Und als wolle er die Werbung der Herzstiftung bestätigen, wurde Herr Zauderlich dann, just während des Transportes von der Wohnung in den RTW, bewusstlos und reanimationsbedürftig. Ja, Danke auch!
Immerhin: Wir hatten ihn relativ rasch wieder und konnten ihn kreislaufstabil im hiesigen Schwerpunkt-Klinikum abliefern. Ein übles Gefühl nach verschlepptem Infarkt und Z. n. Rea bleibt aber.
Ich gehe jetzt mal schön nachschlafen.
Nach drei Einsätzen bis 1:30 Uhr ging es nach einer Mütze voll Schlaf gegen 3:00 Uhr mit einer gemeldeten "Messerstecherei" weiter. Wir haben dann vor Ort zunächst großzügig die beamteten Damen und Herren mit den Schusswaffen am Gürtel vorgelassen und uns sodann um die Dame gekümmert die zwar kein Messer abgekriegt, wohl aber sehr unschönen Kontakt zwischen einer Schere und ihrem Abdomen hatte.
Nach umfangreichen Aufrüst- und Reinigungsarbeiten ging es dann zur Krönung des Ganzen am Morgen zu einem Herrn mit Brustschmerzen. Nennen wir ihn mal "Herrn Zauderlich", denn die Brustschmerzen hatte er schon zwei Tage. Und als wolle er die Werbung der Herzstiftung bestätigen, wurde Herr Zauderlich dann, just während des Transportes von der Wohnung in den RTW, bewusstlos und reanimationsbedürftig. Ja, Danke auch!
Immerhin: Wir hatten ihn relativ rasch wieder und konnten ihn kreislaufstabil im hiesigen Schwerpunkt-Klinikum abliefern. Ein übles Gefühl nach verschlepptem Infarkt und Z. n. Rea bleibt aber.
Ich gehe jetzt mal schön nachschlafen.
Donnerstag, 13. Dezember 2007
Selbst-Reflektion
Wenn ich auf einer Alarmfahrt an einem stationären Blitzer vorbeikomme und extra das Horn einschalte damit das auf´s Bild kommt, bin ich dann überarbeitet?
Ich hoffe mal der Rest meiner Nachtschicht wird ruhiger...
Ich hoffe mal der Rest meiner Nachtschicht wird ruhiger...
Mittwoch, 12. Dezember 2007
Juristische Abstrusitäten -Nachtrag-
In einem Post aus dem August schrieb ich über Herrn M., einen Mandanten, der seine Ex-Frau verklagte.
Herr M. hatte seine Ex-Frau misshandelt, diese trennte sich von ihm und zog aus; Herr M. klagte danach auf Zahlung von Kosten die ihm aus der Trennung entstanden waren.
Das Gericht hat die Klage zwischenzeitlich abgewiesen. Wahrlich keine echte Überraschung, wenn man sich die Rahmenbedingungen nochmal vor Augen hält.
Und nun?
Herr M. möchte in die nächste Instanz ziehen....
Herr M. hatte seine Ex-Frau misshandelt, diese trennte sich von ihm und zog aus; Herr M. klagte danach auf Zahlung von Kosten die ihm aus der Trennung entstanden waren.
Das Gericht hat die Klage zwischenzeitlich abgewiesen. Wahrlich keine echte Überraschung, wenn man sich die Rahmenbedingungen nochmal vor Augen hält.
Und nun?
Herr M. möchte in die nächste Instanz ziehen....
Dienstag, 11. Dezember 2007
Gurgel
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