Montag, 8. Dezember 2008

Dienstag, 25. November 2008

Großbuden...

... sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Zumindest wenn man "einen auf Kapitalmarktrecht gemacht hat". Dann kann es nämlich passieren, dass man derzeit die Probezeit nicht überlebt, Sehr häßlich, die FAZ berichtet.

Hingegen kann man auch als Einzelanwalt mit ein wenig wirtschaftlichem Geschick genug Geld verdienen. Sehr schönes Beispiel bei der Süddeutschen. Nebenbei, die Einschätzung des Kollegen zur Bemessung des Streitwertes dürfte -formal- richtig sein.

Und wo wir gerade bei Großbude sind: Ich hatte wieder das Vergnügen einen Schriftsatz von einer solchen zu lesen. Offen gesagt, diesmal fand ich ihn sogar schlecht. Die Rechtslage ist nach Auffassung der Großbude eindeutig, naja, ich kann die Auffassung nach Lektüre des Schriftsatzes nicht teilen. Eventuell ist man bei einer derartigen Einschätzung geneigt, der Sache weniger Aufmerksamkeit zu widmen, da ja "eh´alles im grünen Bereich ist".

Prophezeiung: Die Sache geht zumindest teilweise verloren.

Montag, 24. November 2008

Kosovoer Loch

Mitarbeiter des BND sind derzeit im Kosovo in Untersuchungshaft. Ihnen wird vorgeworfen, an einem Bombenanschlag auf das Büro des EU-Sondergesandten beteiligt gewesen zu sein (ARD, m. w. N.).

Kurzum: Ich weiß nicht, ob da was dran ist.

Bemerkenswert finde ich aber die Stellungnahme des stellvetretenden Regierungssprechers Thomas Steg zu dem Thema. Der sagt nämlich die Vorstellung, dass "deutsche staatliche Stellen in terroristische Anschläge im Ausland verwickelt sein könnten, sei absurd und abwegig".

Ja, gut, Niedersachsen ist jetzt nicht das Ausland, aber "Celler Loch" sollte doch auch Herrn Steg ein Begriff sein, oder?

So absurd und abwegig ist das Ganze also gar nicht.

Sonntag, 23. November 2008

Piraten, Terroristen und der Rest

Die FAZ-Redaktion scheint einen Clown gefrühstückt zu haben, und so findet sich in der heutigen Sonntagsausgabe im „Feuletong“ ein, besser zwei Beiträge unter der Überschrift „Sind Piraten noch zeitgemäß?“.

Das aber nur am Rande, denn ebenso findet sich dort ein Artikel über die derzeitigen Piraten-Probleme vor Somalia.

Jürgen Trittin sagt, der Kampf gegen Piraterie habe nichts mit dem Kampf gegen Terroristen zu tun. Piraten könnten nicht unter der Antiterrormission OEF gejagt werden.

Das führt mich zu Widerspruch und läßt bei mir eine sehr interessante Frage aufkommen: Wieso denn nicht? Was sind denn Terroristen?

Oder anders wenn jemand vor der Küste Somalias ein -oder mehrere Schiffe- kapert und für Besatzung, Schiff und Ladung Lösegeld erpresst, dann soll er -nach Trittins Diktion- Pirat sein.

Wenn jemand nun eine Lufthansa-Boeing kapert und für Besatzung und Passagiere Lösegeld erpresst, soll er ein Terrorist sein? Oder ist er dann auch nur „Luft-Pirat“?

Wenn man nun aber ein Flugzeug kapert und damit nicht Lösegeld für irgendwen oder -was erpresst, sondern Menschen umbringt, indem er in Gebäude fliegt, ist man -nach allgemeiner Auffassung- ein Terrorist.

Erkenntnis: Wir können Piraten und Terroristen dadurch abgrenzen, dass der Pirat vorwiegend monetäre Interessen verfolgt und der Terrorist destruktive Absichten hat.

Klasse! Jetzt hab´ ich an einem Sonntagvormittag mal eben einen erheblichen Schritt gemacht in Richtung Definition von Terrorismus bzw. Terroristen.

Wer wissen möchte, was andere darüber denken, ist bei Wikipedia und der Bundeszentrale für politische Bildung gut aufgehoben.

Das Problem, das man allerhand fragwürdige innenpolitische Maßnahmen mit dem Hinweis auf die Terrorgefahr begründen kann, löse ich dann vielleicht nächstes Wochenende...

Freitag, 21. November 2008

Teufel links, Engel rechts

Manchmal kann ich nicht widerstehen:
Meine Ärztin sagt, ich hab´ Helikopter-Bakterien!

Hmm, nehmen Sie dafür die Flak-Tabletten?


Ja, genau!

Mittwoch, 19. November 2008

Schichteinblicke

8.23 Uhr: Der RTW ist gecheckt und wir sitzen beim Frühstück als uns die Leitstelle zu einer "nicht ansprechbaren Person" alarmiert. Der Kollege tippt unterwegs auf "Ex", ich halte ein "Nach Synkope wieder ansprechbar" dagegen. Der Kollege sollte Recht behalten... Naja mit 84 Jahren kann das schonmal passieren, dass man morgens "etwas länger liegenbleibt".

9.02 Uhr: Wir melden uns gerade vom ersten Einsatz wieder einsatzklar, als wir nahezu an das andere Ende des Rettungsdienstbereichs alarmiert werden.

Ich hasse es Autobahnbaustellen mit verengten Fahrstreifen alarmmäßig zu befahren, das ist mir privat stets ein Greuel, im Einsatz stehe ich dabei kurz vor´m Herzkasper. Das einzige was mich dabei aufrecht erhält ist der Gedanke: "Wenn Du jetzt ´nen Unfall baust, zahlt Papa Staat für Dich".

Nach etwa 20 Minuten eingetroffen, stellt sich der gemeldete "Kreislauf" als Arbeiter heraus der einen Stromschlag erhalten hat. Niederspannung, dem Mann geht´s blendend, zur Kontrolle geht´s in ein nahegelegenes Krankenhaus. Wir sind dort seltener zu Gast und angenehm überrascht, als der Patient tatsächlich zuerst untersucht und dann nach seiner Krankenkassen-Karte gefragt wird. Das nette und auch noch nett anzusehende KH-Personal besorgt uns gänzlich selbstständig einen korrekt ausgefüllten T-Schein. Irgendwie etwas erstaunlich, dass so etwas schon positiv auffällt.


Nach Rückkehr zur Wache komme ich endlich zum Frühstücken.

14.03 Uhr: Eine von mir fachlich und persönlich sehr geschätzte Kollegin ist auf der Wache, wir verschwätzten uns etwas über dieses und jenes als der Melder uns zu einem "Treppensturz" ruft. Es geht zu einem durchaus namhaften Konzern der eine Dependance in unserem Einsatzgebiet betreibt.

Dort eingetroffen werden wir zu einer Dame geführt, die offenbar einige Stufen mit dem Gesäß gebremst hat und nunmehr über Schmerzen im Steiß klagt. Das ist aber nun auch alles was sich bei eingehender Untersuchung findet.

Zunächst hatte ich noch Zweifel, ob die Dame benommen ist oder psychisch geschockt ist. Sie antwortet auf sämtliche Fragen sehr einsilbig, nimmt beim Sprechen keinen Blickkontakt auf und wenn doch mal ein ganzer Satz aus ihrem Mund kommt, ist der Tonfall äußerst schnippisch.

Auch ist im übrigen in ihrem Verhalten etwas, ähm, merkwürdig. Allerdings redet sie zwischendurch mit ihrem Kollegen gänzlich normal und so verbuche ich Ihr Verhalten als ausgeprägte Form von Arroganz und Blasiertheit.

Das wiederum erstaunt mich etwas, denn eigentlich sind die Mitarbeiter dieses Unternehmens -soweit ich das bisher bei vorherigen Einsätzen beobachten konnte- sehr freundlich und ebenso kooperativ, untereinander ebenso wie zu uns. Die Dame passt da so gar nicht in´s Bild.

Ich bin dankenswerter Weise bei diesem Einsatz der "Maschinist" und revanchiere mich für Ihr dummes Verhalten mit meinem Fahrstil beim Transport in das Krankenhaus. Ja, das ist unprofessionell.

Bei der Übergabe im Krankenhaus folgt dann das übliche Prozedere für die Berufsgenossenschaft, also Frage nach Arbeitgeber, Arbeitszeit etc. Bei der Frage nach Ihrer Tätigkeit wird Madame dann auf einmal etwas kleinlaut und gibt "Reinigungskraft" an.

Ich lache laut in mich hinein und schäme mich etwas für meinen Fahrstil.

16.32 Uhr: Suizid! Auf der Anfahrt setzt der Kollege auf weiblich, Tabletten. Ich setzte männlich, Schusswaffe oder Strick dagegen. Wir lagen beide falsch. Männlich, Tabletten. Und wir wären beinahe wieder gefahren, da uns der Suizident höchstpersönlich die Tür öffnete und uns glaubhaft versicherte, ihm ginge es blendend. Nach Eintreffen der Ordnungsmacht und unseres medizinischen Akademikers hatten wir dann aber doch recht rasch raus, dass wir richtig waren.

Nach einer heiteren Diskussionsrunde, es hätte eigentlich nur noch der Fenchel-Tee gefehlt, begleitet uns der Herr freiwillig in´s Krankenhaus.


18.07 Uhr: Mit geringfügiger Verspätung genieße ich den Feierabend.

Sonntag, 16. November 2008

Gewinne, Gewinne, Gewinne, diesmal juristisch

So, Kollegenschelte will ja gerecht verteilt werden, also schreib´ich auch mal, wie man´s als Jurist vor den Kadi schafft.

Beginnen wir gleich mit der Königsdisziplin, der Rechtsbeugung:

So als kleiner Amtsrichter kann man zum Beispiel ganz prima lustig freiheitsentziehende Maßnahmen bei Pflegebedürftigen anordnen und -um die lästige Anhörung der Betroffenen zu umgehen- einige Anhörungsprotokolle fälschen. Doof nur, wenn einige der Betroffenen mit denen man geredet haben will, längst tot sind.

Naja im Strafverfahren kann man dann noch argumentieren, man hätte ein Medium zur Kommunikation genutzt, aber das bringt wiederum Erklärungsnot, wieso man posthume Fixierungen anordnet. Also eher eine blöde Verteidigungstaktik.

Ja nun, wenn´s jetzt die nächste Instanz nicht gerade rückt, geht der Herr Amtsrichter dafür 3 1/2 Jahre in den Bau. Sehr unschön, aber sicher nicht unverdient.

Moment Mal, da wird ja jetzt ´ne Stelle frei, oder? ;-)


Coming soon in diesem Blog: Rechtsbeugung und wie man´s richtig macht.

Samstag, 15. November 2008

Auch schlechte Publicity ist Publicity

Da will gerade auf Wikipedia.de was nachschlagen und sehe dies hier:



Hmm, Lutz Heilmann, MdB (Die Linke), lässt also per einstweiliger Verfügung wikipedia.de sperren. Nun ja, jeder der etwas schlau ist, kann natürlich weiterhin auf de.wikipedia.org zugreifen.

Der Grund für die Verfügung sollen Angaben über Heilmanns Stasi-Tätigkeit auf Wikipedia sein. Allerdings räumt er das -grundsätzlich- selbst ein.

Bein Angucken der offiziellen Biografie auf der Seite des Bundestages fällt mir dann auf, dass da gar nichts von einem zweiten Staatsexamen, wohl aber vom Rechts-Referendariat steht (ja, der Mensch ist Jurist!). Komisch, denn seine Tätigkeit als Tankstellenkassierer (1993 bis 1998 und 1999 bis 2000 ) und als Verkäufer in der Teppichbörse Lübeck (1998-1999) gibt er an.

Sollte Lutz am zweiten Staatsexamen etwa gescheitert sein? Gut, das kommt in den besten Familien vor. Oder ist das einfach zu unproletarisch? Dazu würde aber nicht passen, dass er etwa sein BWL-Studium angibt.

Allerdings war Lutz Heilmann von 1993-1999 auch kein PDS-Mitglied, davor und danach schon. Naja, vielleicht war die Parteimitgliedschaft auch nicht mit seiner gross-kapitalistischen Tätigkeit als Teppich-Verkäufer und Tankstellenkassierer kompatibel.

Irgendwie komme ich grad in´s Nachdenken was für, ähmm, interessante Persönlichkeiten unsere parlamentarische Demokratie vertreten.

Ich glaub, ich räum jetzt besser mein Arbeitszimmer weiter auf...

Freitag, 14. November 2008

Beisitzer, Gehilfe im Amt

Nun gehört dieses Ereignis ja auch noch verbloggt. Ich habe durchaus etwas überlegt, in welcher Form ich das mache. Letzlich helfen hier aber zwei essentielle Weisheiten des Lebens weiter: Kindermund tut Wahrheit kund und Ein Bild sagt mehr als tausend Worte:


Ich bin gerührt, da schaue ich über geringfügige terminologische Ungenauheiten gerne hinweg.

Sonntag, 2. November 2008

Spätherbst

Spätherbst

Schon mischt sich Rot in der Blätter Grün,
Reseden und Astern sind im Verblühn,
Die Trauben geschnitten, der Hafer gemäht,
Der Herbst ist da, das Jahr wird spät.
Und doch (ob Herbst auch) die Sonne glüht, -
Weg drum mit der Schwermut aus deinem Gemüt!
Banne die Sorge, genieße, was frommt,
Eh' Stille, Schnee und Winter kommt.

Theodor Fontane (1819-1898)